
Fotos: Hans-Hermann Hirschelmann
Am 3.12. 17 Uhr
Workshop im Afrikahaus
Bochumer Str. 25 10555 Berlin
Perspektive gemeinsame Zukunft Klimagerechtigkeit und faire Wirtschaftsbeziehungen
Der Schauspieler und Theaterlehrer
Christel Gbaguidi
führt in die Welt des Schauspiels ein.
Weitere Infos
(PDF)
Kontakt:
0176 7731 75 68
(Christel Gbaguidi)
030 89201458 (Hirschelmann, Future-on-Wings e.V.)
Internet: www.common-future.net
Ausstellungsbesuche und
Gespräche
Während der
Ausstellung in der Heilandskirche nahmen einzelne Besucher/innen, aber auch
eine Gruppe Studierender und Schulklassen die Gelegenheit war, mit dem Organisator des 2008er und 2009er ASA Projektes, in
dessen Rahmen die Bilder entstanden waren, zu sprechen.
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am 2. November
50 Menschen waren
zum Süd-Nord Dialog über
Beweggründe zur Migration und zum Bleiben
in
die Heilandskirche gekommen.

Nachdem Christel Gbaguidi durch die Ausstellung geführt und deren Entstehung
und Perspektive erläutert hatte, sie soll auch in Zukunft wieder auch in
Deutschland zu sehen sein, folgten die Veranstaltungsgäste seiner Bitte, den
Eindruck des Gesehenen nachwirken zu lassen und den zu Tode gekommenen
Afrikaflüchtlingen eine Minute des Schweigens zu widmen.
Michael Rannenberg, langjähriger Pfarrer der Gemeinde und Mentor der
Kuturkichen-Programms, nannte die Politik Europas gegenüber den Flüchtlingen
in einer sehr persönlichen Ansprache ein "schreiendes Unrecht". Man würde
damit die Geschichte der Kolonisierung Afrikas fortsetzen, bei der leider
auch die christlichen Kirchen eine unrühmliche Rolle gespielt hatten.
Rannenberg nannte es beschämend, wie das reiche Europa, das sich
"christliches Abendland" nennen würde und so stolz auf seine
Menschenrechtstradition sei, mit denen umspringt, die nicht zuletzt auch
deshalb auf ein besseres Leben in Europa hofften, weil Europas Wirtschaft
den Kontinent nach wie vor ausbeute.
Mekonnen Mesghena, in der Heinrich Böll Stiftung für den Themenbereich
Migration zuständig, wie auch Jens-Uwe Thomas vom Berliner Flüchtlingsrat
und Lucia Muriel von der Organisation MoveGlobal betonten die Bedeutung
einer mitmenschlichen Sicht auf die einzelnen Schicksale, die sich hinter
den statistischen Zahlen verbergen.
Muriel wies auf die großen Verdienste der Migrantinnen und Migranten hin,
ohne die es in bestimmten Branchen wie etwa dem Pflegebereich recht übel
aussehen würde. Die privaten Überweisungen vieler Einwanderer/innen würde
die offizielle Entwicklungshilfe um ein Vielfaches übertreffen. Die
augenblickliche Debatte um angeblich "integrationsunwillige Ausländer"
nannte sie deshalb verletzend und ungerecht. Es sei für sehr viele Menschen
eine große Enttäuschung.
Dass ein offeneres Grenzregime eine nicht zu bewältigende Anzahl
Armutsflüchtlinge anzöge sei nicht zu erwarten. Auch heute würde nur ein
sehr kleiner Teil der Menschen, die ihre Heimat verlassen (müssen),
versuchen, nach Europa zu gelangen. Die meisten zieht es in Nachbarländer
oder in andere Landesteile.
Die Beweggründe zu gehen seien vielfältig. Die einen seien neugierig und
suchen als moderne Weltbürger nach dem Neuen, Unbekannten. Andere suchen
gezielt nach besseren Startchancen für ihre Familie, wieder andere
entfliehen einer unerträglichen Lebenssituation oder auch politischer
Verfolgung. All diese Gründe seien zu respektieren und man solle keine
Hierarchie in der Bewertung der Fluchtgründe vornehmen.
Die brutale Abschottungspolitik müsse ein Ende finden. Das war einhellige
Meinung. Sie verstoße in vielerlei Hinsicht gegen geltende Grundrechte und
internationale Vereinbarungen wie etwa die Flüchtlingskonvention.
Eine großartige Kampagne für ein Ende des brutalen Grenzregimes stellte am
Ende Jens-Uwe Thomas vor: Jugendliche ohne Grenzen, der Berliner
Flüchtlingsrat das Gripstheater, und andere die Kampagne haben die Kampagne
"SOS für Human Rights" gestartet. Es gibt einen gleichnamigen Appell. Und
das Gripstheater hat ein aufrüttelndes Stück entwickeln mit dem sie derzeit
auf Tournee ist.
Hans-Hermann Hirschelmann
Nachtrag aus Sicht der Veranstalter: Wir hatten - im Angesicht der
augenblicklichen Sarrazinaden - bewusst darauf verzichtet, auf Teufel komm
raus Kontroversen anzuzetteln. Die Veranstaltung verlief entsprechend
harmonisch. Für einige zu harmonisch? Was bedeutete es, dass knapp 10
Personen die Veranstaltung vorzeitig verlassen hatten? Ein
Veranstaltungsgast bemängelte, dass er zu wenig Neues erfahren habe über die
aktuelle Entwicklung an den Grenzen, die Rücknahmeabkommen usw.
Im Nachhinein müssen wir gestehen, dass eine Diskussion mit politischen
Verantwortungsträgern vielleicht hätte einen größeren Anreiz geboten hätte,
sehr hart an den aktuelle politischen Streitpunkten entlang zu diskutieren,
die auf eine unmittelbare Wirksamkeit zielen.
Dies soll im Rahmen des Blogs nachgeholt werden.
Christel Gbaguidi
ARTS VAGABONDS REZO
AFRIK BENIN
Jens Uwe Thomas,
Flüchtlingsrat Berlin
Lucia Muriel,
MoveGlobal
Mekonnen Mesghena,
Heinrich Böll
Stiftung
Moderation Henning von Bargen,
Heinrich Böll Stiftung
Kontakt:
Future-on-Wings e.V.
030 89201458 (Hans-Hermann Hirschelmann)
mail@future-on-wings.net
ARTS VAGABONDS REZO AFRIK BÈNIN 0176 7731 75 68 (Christel Gbaguidi) elchrist77@yahoo.fr
Weitere Informationen zum Programm, dessen Trägern und zu den Hintergründen
im Programm-Flyer (Siehe oben)
Hintergrund
ASA Projekt
2008/09
Beniner
Jugendliche hatten sich im Rahmen einer Nord-Süd-Begegnung unter dem Motto „MIGRATION
UND ICH“ mit dem Traum vieler jungen Menschen in Westafrika auseinander
gesetzt, in Europa ein neues Leben zu beginnen. Mit eindrucksvollen Gemälden
hielten sie fest, wie dieser Traum zum Alptraum wird.
Die Bilder beschreiben eine für viele afrikanischen Flüchtlinge brutale und
für den Anspruch Europas, ein Hort der Menschen-
rechte zu sein, eine sehr unangenehme Wahrheit.
Mit Klick auf die Bilder
links
kann die reich bebilderte Projekt-Dokumentation herunter geladen werden
(PDF)
Veranstalter:
Afrikahaus Berlin
ARTS VAGABONDS REZO AFRIK BENIN
Ev.
Kirchengemeinde Moabit West
Future-on-Wings e.V.
Promigra
Eine Kooperationsveranstaltung des BER, unterstützt mit BMZ Mitteln

Gefödert durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit LEZ mit
Mittel des Berliner Wirtschaftssaenats
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